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Ein schweres Unglück stellt für Überlebende, Angehörige, Hinterbliebene, Zeugen oder Vermissende eine große psychische Belastung dar. Auch ehrenamtliche und hauptberufliche Helfer der Feuerwehr, im Rettungsdienst sowie im Zivil- und Katastrophenschutz werden oft physisch und psychisch durch Einsatzsituationen besonders belastet.
Es ist daher notwendig, von einem Unglück Betroffene sowie ehrenamtliche und hauptberufliche Retter nach schrecklichen Ereignissen psychosozial zu betreuen. Die Belastungen müssen möglichst unmittelbar nach einem schweren Unglück oder einer Katastrophe abgebaut und die Menschen müssen in die Lage versetzt werden, ihren Stress individuell zu bewältigen. Die psychologische und seelsorgerische Betreuung vor und nach einem Einsatz ist praktische Gesundheitsvorsorge.

Bereits im Jahre 2010 hat das Land Schleswig-Holstein den vorliegenden Qualitätsstandards und Leitlinien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zugestimmt und begonnen, diese ab dem Jahre 2011 auf Landesebene umzusetzen.
Grundlage der Umsetzung und Ausgestaltung der PSNV in den Ländern und innerhalb der Organisationsstrukturen sind die im Band 7 der BBK-Schriftenreihe „Praxis im Bevölkerungsschutz – Psychosoziale Notfallversorgung: Qualitätsstandards und Leitlinien Teil I und II“ zusammengefassten Ergebnisse der Konsensus-Konferenz. Die Anwendung dieser Vorgaben soll die Strukturierung, Vereinheitlichung und Qualitätssicherung im Bereich der PSNV sicherstellen.

Zur Unterstützung der Kreise und kreisfreien Städte sowie der in die PSNV eingebundenen Organisationen hat das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein entsprechend der Vorgabe des Konsensus-Ergebnisses in Übereinstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein (LFV-SH) als ehrenamtliche Aufgabe die „Landeszentralstelle PSNV“ eingerichtet. Diese ist mit Rücksicht und aus Respekt vor den in der Vergangenheit entstandenen überwiegend ehrenamtlichen Strukturen auf dem Gebiet der PSNV organisatorisch beim LFV-SH angebunden. Die „Landeszentralstelle PSNV“ ist somit ein Garant für den PSNV-Standard und deren Leitlinien in Schleswig-Holstein.

Die Umsetzung aller Belange der PSNV sowie der Qualitätsstandards und Leitlinien erfolgt durch die PSNV-Landeszentralstelle im Innenministerium. Dies betrifft auch die Aus- und Fortbildung operativer Kräfte und Führungskräfte der PSNV im Rahmen der bundeseinheitlichen Mindeststandards an der Landesfeuerwehrschule auf Kosten des Landes Schleswig-Holstein.

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